Food und Beverage leiden
Der Sektor Food and Beverage konnte sich den Auswirkungen der internationalen Wirtschaftskrise nicht entziehen. Der Auswärtskonsum ging zurück. Profitiert davon haben die Supermarkt-Ketten, da parallel dazu der Heimkonsum zugenommen hat. Dabei fanden vor allem Eigenmarken und Lifestyle Produkte mit gesundheitsfördernden Attributen zunehmenden Zuspruch.
Es erstaunt deshalb nicht, dass die von Grant Thornton befragten Unternehmen hauptsächlich drei Trends ausmachen: Gesundes Essen, Preisbewusstsein und organische Produkte. Bei den organischen Produkten wird bemängelt, dass eine internationale Standardisierung fehlt und die Definition von „organisch“ nach wie vor uneinheitlich und verschwommen sei.
Fusionen und Firmenkäufe
Die Aktivitäten im Bereich Fusionen und Firmenkäufen (M&A) gingen 2009 drastisch zurück. Zahlenmässig macht das zwar nur 3 % aus, wertmässig jedoch 52 % gegenüber dem Vorjahr.
Die Übernahme der britischen Cadbury durch Kraft im Januar 2010 bringt allerdings neue Zuversicht. In der Tat ist die Bewertung vieler Firmen in den vergangenen 18 Monaten derart gesunken, dass finanziell starke Unternehmen gute Kaufgelegenheiten erhalten. Insbesondere auch in China, wo die M&A Regulierungen im vergangenen Jahr gelockert wurden.
Zwei Stimmen aus dem Kreis der Befragten:
Kanadische Restaurant-Kette mit 7500 MitarbeiterInnen
„Der Konkurrenzkampf unter den Restaurants ist aggressiv geworden. Die Kunden sind gut informiert und suchen Preisvorteile und Qualität. In Kanada existieren mehrere Internet-Seiten, die von den Restaurantbesuchern bewirtschaftet werden und für weite und schnelle Verbreitung von positiven oder eben auch negativen Bewertungen sorgen.
Um unser Geschäft weiter voranzubringen legen wir grossen Wert auf das Training der Mitarbeiter, die Renovierung der Restaurants, die Produktentwicklung und die Nutzung des technologischen Fortschritts. Vor kurzem haben wir einen Take out Service lanciert, der dem Kunden die Bestellung über das Internet ermöglicht.“
Archeon - Niederlande
Archeon, ein Food and Beverage Dienstleister in den Niederlanden mit 100 Mitarbeitern, bedient Geschäfts- und Privatkunden. „Unsere Kunden wollen flexible Preise, aber unsere Kosten sind fix. Es ist nicht einfach diesbezüglich die Balance zu finden. Wir prüfen jedoch, Preiserhöhungen während der Hauptgeschäftszeit zwischen 18.00 Uhr und 19.00 Uhr einzuführen. Diese flexible Preispolitik eröffnet uns neue Geschäftschancen.“
Sicht von Grant Thornton
Die Konsumenten suchen nach Mehrwert. Um Geld zu sparen, haben sie ihre Einkaufsgewohnheiten geändert. Preisnachlässe und Kundenkarten sind nach wie vor beliebt. Die Nachfrage nach Länderspezialitäten und gesundheitsfördernden Produkten bleibt robust.
Aus finanzieller Sicht zeigt die Umfrage:
Der Cash Flow ist für Firmen mit hohem Fremdkapitalanteil von entscheidender Bedeutung.
Die Prozesse in der Beschaffungskette sind nicht nur laufend zu überwachen, sondern auch weiter zu beschleunigen. Der enge Kontakt zum Banker bleibt wichtig. Er ist über die Geschäftsentwicklung auf dem Laufenden zu halten und darf nicht von negativen Entwicklungen überrascht werden.
Ausführlicher Bericht (Englisch)